Und wenn der Krieg hier ist?

Krieg : stell dir vor, er wäre hier / Janne Teller. Aus dem Dän. von Sigrid C. Engeler. Mit Ill. von Helle Vibeke Jensen. – München : Carl Hanser Verlag, 2011. – 59 S. : Ill.
ISBN 978-3-446-23689-9

Der Titel beschreibt den Inhalt ganz gut. Deutschland ist Kriegsgebiet. Es wird klar, dass die Familie fliehen muss. Aber wohin sollen sie fliehen? Europa ist vom Krieg überzogen. Sie beschaffen sich Papiere und werden von Schmugglern nach Ägypten gebracht. Man selbst hängt mehrere Jahre in einem Flüchtlingslager fest. Irgendwann kommt die Erlösung. Die Familie darf in Ägypten bleiben und das Lager verlassen. Aber sie werden nicht einfach akzeptiert. In Deutschland hatte die Familie so viel und nun hat sie gar nichts mehr. Für die Schule ist man selbst zu alt und für das Studium hat die Familie nicht genug Geld. Nach Ende des Krieges wird die kleinere Schwester zurück zur Tante nach Deutschland geschickt, weil sie einen Ägypter heiraten will und von ihm schwanger ist. Schwanger kehrt sie zurück und stürzt komplett ab. Der Vater des Kindes holt das Kind schließlich nach Ägypten. Man selbst heiratet eine alte Freundin aus Deutschland, damit sie und ihre Familie nach Ägypten kommen können. Da der Krieg vorbei ist, ist es schwer in andere Länder zu kommen. Auch wenn in Deutschland immer noch Menschen verschwinden. Ansonsten hätte die Freundin keine Möglichkeit nach Ägypten kommen zu können. Die Familie backt seit Jahren Kuchen und verkauft sie und kann dadurch überleben. Nachdem man jahrelang als Mensch dritter Klasse behandelt wird, ist man inzwischen akzeptiert, wenn man auch immer noch kein Mensch erster Klasse ist. Die Hoffnung nach Deutschland zurückzukehren, bleibt bestehen. Aber ist Deutschland noch die Heimat? Schließlich lebt man nun seit Jahren in Ägypten und hat Freunde gefunden. Auch wird man bei der Rückkehr nach Deutschland als Verräter gesehen. Schließlich ist man während des Krieges geflüchtet. So bleibt man in Ägypten und fragt sich weiterhin, ob nun Deutschland oder Ägypten die Heimat ist und was Heimat überhaupt ist.

Beeindruckt hat mich an diesem Buch, dass das ganze gut und nachvollziehbar geschrieben ist. Gut gefiel mir, dass das ganze aus der Sicht eines Flüchtlings geschrieben ist. Das Buch selbst hat das Format eines Passes, was es einfacher macht, sich das vorzustellen. Auch der Zweifel, was die Heimat nun ist, wird gut rübergebracht. Das Buch sollte man auf jeden Fall mal lesen und man hat es auch innerhalb einer halben Stunde durch.

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