Selbstjustiz im Gefängnis

Wer dachte noch nie „Das ist viel zu nett und er/sie sollte viel grausamer sterben!“? Ganz ehrlich?

Genau dieses Thema kommt in dem Buch „Blut“ von Patricia Cornwell vor. Blut ist ihr 19. Roman aus der Kay-Scarpetta-Serie. Was mir aufgefallen ist, das es möglich war, dass Buch so zu lesen, aber in manchen Momenten fehlte mir der Zusammenhang von Tatsachen. Es gab kurze Erklärungen, aber ich hätte das Verhältnis zwischen den Personen besser verstanden, wenn ich die anderen Bände vorher gelesen hätte. Das nächste Mal halte ich mich bei mehreren Bänden daran, beim ersten Band anzufangen. Zuerst fand ich dieses Buch aber interessant wegen des Themas und nicht aufgrund der Personen.

Dr. Kay Scarpetta reist für ein Gespräch nach Savannah in Georgia, um herauszufinden, was zum Absturz von ihrem ermordeten Stellvertreter geführt hat. Daher spricht sie mit der Frau, die ihn als Kind missbraucht hat und deren gemeinsame Tochter ihn ermordet hat. Schließlich erfährt Kay, dass sie nach Savannah gelockt wurde, um der Ex ihrer Nichte bei der Aufdeckung von Verbrechen zu helfen. Genau in diesem Frauengefängnis kommt es zu rätselhaften Todesfällen. Unfälle, Selbstmord oder doch Mord? Aber dies ist nicht das einzige Thema. Lola Dagette ist zu Tode verurteilt und möglicherweise das nächste Opfer. Doch hat Lola Dagette wirklich vor Jahren eine Familie abgeschlachtet oder wurde ihr die Tat untergeschoben? Während der Ermittlungen kommt es zu immer mehr Entdeckungen, aber Kay begibt sich in Gefahren, von denen sie nicht mal etwas ahnte. Doch erst der Mord an einer Insassin, mit der Kay gesprochen hatte, führt sie auf die richtige Spur. Denn irgendwie hängt alles zusammen und alles, was du tust, hat irgendwie Konsequenzen.

Was mich teilweise störte, waren die Gedankengänge von Kay. Mitten in Gesprächen schweift sie gedanklich ab, gleichzeitig machte dieses Verhalten sie aber auch realer. Gut gefallen hat mir das ganze Thema „Selbstjustiz“ und der Sinn von Hinrichtungen. Ich kann verstehen, was für Hinrichtungen spricht und verstehe auch die Menschen, die Hinrichtungen fordern, aber diese Angst, dass ein unschuldiger Mensch dadurch stirbt, gefällt mir nicht. Auch der Ablauf von Ermittlungen, wenn der vermeintliche Täter gefasst ist, ist erschreckend. Denn viele vergessen doch, dass dort bei einem Unschuldigen das ganze Leben zerstört wird. Man sollte doch so gut es geht auch als Beobachter immer vorsichtig sein und sich nicht aufhetzen lassen. Sonst passiert genau dasselbe wie bei den Ermittlungen im Fall der ermordeten Lena in Emden. Es fand eine Jagd auf den vermeintlichen Täter statt, sodass dieser aus Angst wegen den Lynchaufrufen die Stadt verliess. Soviel zum Thema Abschweifen, aber zurück zum Buch. Entweder hab ich etwas verpasst oder ich fand das eigentliche Ziel der einen Täterin schwer nachvollziehbar. Ansonsten fand ich die Geschichte nachvollziehbar und das Buch gut lesbar. Kay Scarpetta fand ich als Person teilweise etwas anstrengend, aber es ist möglich, dass ich diesen Eindruck auch daher habe, weil ich die anderen Bücher nicht gelesen hab. Aber Blut hat mich davon überzeugt, dass ich auch andere Fälle von Kay Scarpetta lesen werde.

Blut : ein Kay-Scarpetta-Roman / Patricia Cornwell. Aus dem Amerikan. von Karin Dufner. – 1. Aufl. – Hamburg : Hoffmann und Campe, 2012. – 460 S. ; 21 cm. – Einheitssachtitel: Red mist <dt.>.
ISBN 978-3-455-40293-3

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