Das weiße Kleid des Todes von Julia Spencer-Fleming

Julia Spencer-Fleming hat mit ihrem Erstlingswerk alle großen Krimipreise von Amerika (Anthony Award, Agatha Award, Barry Award, Macavity Award und den Dilys Award) 2003 gewonnen. Also hier die deutsche Übersetzung (wie aus In the Bleak Midwinter aber Das weiße Kleid des Todes wird, erschließt sich mir nicht).
Clare Fergusson war Hubschrauberpilotin bei der Army, bevor sie sich entschied Pastorin zu werden. In der Episkopalirche von Millers Kill ist sie die erste Pastorin und kaum ist sie dort angekommen und kämpft noch um Anerkennung in der Gemeinde, wird ein neugeborenes Kind auf den Stufen ihrer Kirche in einer eisigen Dezembernacht ausgesetzt. Bei dem Kind liegt ein Brief mit der Bitte, dass ein bestimmtes Paar aus der Gemeinde das Kind adoptieren soll. Nun muss sie dank des Gemeindevorstands alle Hebel in Bewegung setzen (Briefe schreiben, Mitglieder motivieren dasselbe zu tun etc.) damit es so kommt und sich mit dem Sheriff Russ van Alstyne auseinandersetzen. Als sie den Sheriff eines Abends begleitet um ein Gespür für die sozialen Probleme zu bekommen, finden sie einen Teenager, die Mutter des ausgesetzten Kindes, ermordet im Schnee. Clare Fergusson unternimmt alles um die Hintergründe dieser Taten und natürlich auch den Mörder zu finden, auch wenn dies bei Sheriff Russ van Alstyne nicht immer auf Begeisterung stößt.

Mir gefiel Das weiße Kleid des Todes sehr gut. Die Personen sind alle gut entwickelt und besitzen auch eine bestimmte Tiefe. Der Ort ist keine heile Welt, in der zufällig ein Verbrechen geschieht, sondern hat definitiv soziale Probleme, an denen Clare Fergusson auch etwas ändern will. Viele haben auch schlechte Charaktereigenschaften, durch die alles noch echter wirkt und das Mitleid hielt sich bei mir in einigen Fällen dadurch sehr in Grenzen. Der Krimi hatte einige Wendungen und der Täter hat zumindest mich überrascht. Clare Fergusson ist eine interessante Person durch ihre Vergangenheit und durch ihren Charakter. Sehr praktisch ist daran, dass ihre Persönlichkeit sie in Schwierigkeiten bringt und ihre Ausbildung sie dann rettet. Sheriff Russ van Alstyne ist ganz interessant und nett mit ein paar Eheproblemen. Bei Ermittlern gibt es auch schon alle Persönlichkeiten, da was anderes zu machen ist schwierig. Das Einzige was mir an dem Buch nicht gefiel ist die (sich entwickelnde) Beziehung zwischen Clare Fergusson und Russ van Alstyne. Es kam häufiger, dass er Eheprobleme und seiner Frau nichts mehr zu sagen hat und er gerne mehr bei Clare sein möchte. Ich bin mir nicht sicher, ob mir eine Affäre der beiden gefallen würde (sie Pastorin, er verheiratet). Die Anzeichen sind dafür auf jeden Fall da und die sind auch der Hinweis, dass es weitere Bände gibt.

Der nächste Band wäre Die rote Spur des Zorns, inzwischen gibt es sechs weitere. Bis ich zu Band 2 komme, wird es bei mir dauern, weil ich sehr, sehr viele Bücher noch davor auf der Liste hab, aber lesen werde ich ihn auf jeden Fall. Vor allem auf die Charakterentwicklung und die Beziehung zwischen den beiden bin ich gespannt. Auch wenn mir die Konstellation durch die Ehe noch nicht gefällt, ist sie sehr gut gemacht. Der Fall ist gut gemacht, die Wendungen logisch und schöne Hintergrundgeschichten.

Das weiße Kleid des Todes kriegt von mir 5 von 5 Sternen.

Das weiße Kleid des Todes : Roman / Julia Spencer-Fleming. Aus dem Amerikan. von Stefan Troßbach. – Dt. Erstausg. – München : Knaur Taschenbuch Verlag, 2005. – 478 S. ; 18 cm.
(Knaur ; 62833)
Einheitssachtitel: In the bleak midwinter <dt.>.
ISBN 3-426-62833-3

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