Fables von Bill Willingham

Es ist Krieg und alle, die fliehen können, flüchten in unsere Welt. Unsere Welt? Genau so beginnt die Geschichte der Comicreihe Fables. Zum jetzigen Zeitpunkt (Juli 2015) wurden in Deutschland 23 Bänder veröffentlicht. Inzwischen gibt es sogar zwei Auskopplungen: Die Abenteuer von Jack (aus Jack und die Zauberbohnen) Jack of Fables (9 Bände) und die Geschichten einiger Frauen, deren Geschichten in der Hauptstorie keine Rolle spielen Fairest (bisher 4 Bände).

Ein mysteriöser Herrscher erobert in der Märchenwelt ein Reich nach dem anderem und gliedert sie in sein Imperium ein. Da die Reiche zerstritten sind, gibt es keine Bündnisse und als sie die Bedrohung wahrnehmen, ist es zu spät. So fällt unter anderem Narnia und die Welt von Oz. In New York finden viele Fables (so nennen sich die Märchenfiguren) eine Heimat und für die nicht menschlichen Wesen (bzw. nicht menschlich wirkende) gibt es die Farm, geschützt durch Zauber, damit die Normalos nichts mitbekommen. Auf der Farm findet man beispielsweise die drei Bären, Baghira, Drachen und die drei kleinen Schweine. Am Anfang dreht sich die Geschichte um Bigby Wolf. Er ist der Sheriff in Fabletown, verliebt in Snow White und nicht unbedingt beliebt (so darf er die Farm nicht betreten aus bekannten Gründen). 😉 Mit der Zeit wechseln die Hauptfiguren zu Nebencharakteren und umgedreht um die Geschichte weiter erzählen zu können. Irgendwann geht die Geschichte von den persönlichen Geschichten zu dem Kampf gegen das Imperium und die Rückeroberung ihrer Welten über. Es gibt immer noch die persönlichen Geschichten, aber man bekommt das große Ganze viel mehr mit.

Was mir gut gefällt ist die Tatsache, dass die Geschichten der Märchenfiguren komplett anders erzählt werden und die Idee von Märchenfiguren im heutigen New York. Interessant fand ich die Umsetzung der Märchenfiguren, so ist Prinz Charming der Prinz von Schneewitchen, Dornröschen und Cinderella gewesen. Bigby Wolf war der böse Wolf in allen Geschichten. Eine Besonderheit ist Snow White. Im Englischen heißen Schneewittchen und Schneeweißchen beide Snow White und die Erklärung fand ich wirklich gelungen. Es gab für sämtliche Fables eine Amnestie, damit sie nicht untereinander Rache nehmen und auch einige sehr böse Figuren sind in New York dabei (z.B. die Hexe aus Hänsel und Gretel). Am Anfang war es ungewohnt, dass die Zeichner häufiger wechseln, aber man gewöhnt sich dran.(Das erste Video zeigt in wenig die verschiedenen Zeichenstiele und enthält Spoiler aus der Geschichte zwischen Bigby und Snow White). Erwähnen möchte ich, dass Fables kein Comic für Kinder ist. Für Jugendliche bestimmt auch OK (Altersempfehlung von Jack and the Fables ab 16), aber die Zielgruppe sind Erwachsene. Zwar sterben auch in den Märchen Figuren grausam (z.B. die Gänsemagd/Falada), aber für Kinder ist es doch ein Unterschied, ob man es nur in einem Satz liest oder die Hinrichtung wunderschön illustriert ist. Wie bei Game of Thrones sterben hier auch wichtige Personen.

Insgesamt eine schöne und abwechslungsreiche Geschichte, man muss allerdings Comics mögen. Einige Märchen und Sagen habe ich auch erst so kennengelernt.

Es gibt inzwischen auch ein Computerspiel und spielt zeitlich vor Fables aber schon in Fabletown mit Mord und Totschlag. Ist ein Telltalegame.

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Ein Gedanke zu „Fables von Bill Willingham

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