Mouseheart von Lisa Fiedler

Legende der Wächter, Warrior Cats, Foxcraft, Clan der Wölfe…

Eulen, Katzen, Füchse, Wölfe…

Kinderbücher mit Tieren als Hauptfiguren (natürlich mit mehreren Bänden) sind nun wirklich nichts Neues.

Hier sind es Mäuse und Ratten. Kann das funktionieren? Es kann. Am Anfang war ich sehr skeptisch. Schließlich habe ich die erste Staffel von Warrior Cats gelesen und habe dort dann nach dem ersten Band der 2. Staffel aufgegeben. Da hat es bei mir nicht gezündet.

Bei Mouseheart habe ich Teil 1 „Die Prophezeiung der Mäuse“ als Hörbuch gehört und dann festgestellt, dass Teil 2 und 3 nicht als Hörbuch erschienen sind. 😦 Wenn ich etwas bei Reihen WIRKLICH hasse, dass die ersten Teile als Hörbuch erscheinen, aber die restlichen Teile nicht. (Nun kauf ich in der Bibliothek auch für Kinder die Hörbücher und ich hasse unvollständige Sachen.) Aber zurück zu Mouseheart:

Hopper, Pinkie und Pip wachsen als Futtermäuse in einer Tierhandlung auf. Eines Tages schaffen sie es zu fliehen, bevor sie wie ihre Mutter früher direkt an eine Schlange verfüttert werden. Sie werden getrennt und Hopper irrt in den U-Bahn-Tunneln von New York umher. Dort wird er von der Ratte Zucker, dem Kronprinzen von der Rattenstadt Atlantia, aufgelesen und nach Atlantia gebracht. Dort wird er im Palast wie ein Gast behandelt, denn laut einer Prophezeiung ist er der Auserwählte. Während er noch versucht zu erfahren, was aus seinen Geschwistern geworden ist, findet er heraus, was es mit dem Frieden zwischen dem Rattenkaiser Titus und der Katzenkönigin Felina auf sich hat und warum es die Rebellen gibt. Und was er als Auserwählter überhaupt machen soll.

An Teil 1 störte mich, dass Hopper von allen wie ein Kind behandelt wird und ihm einfach keiner was erzählt. Obwohl während der Reisen durch die Tunnel nun wirklich genug Zeit war. Nun ist er auch jung und unerfahren, aber ich wollte mir manchmal wirklich das Hörbuch vor dem Kopf schlagen. Zum anderen habe ich teilweise auch das Hörbuch mit längeren Pausen gehört und war verwundert, wer wer ist. Inzwischen liebe ich wieder so Anhänge, in denen die Personen aufgelistet sind. Geht natürlich beim Hörbuch schlecht. Zumindest ist bei Teil 3 ein Stammbaum für die Familie von Hopper und von Zucker. Teil 2 weiß ich nicht mehr, weil ich mit der Reihe im letzten Jahr angefangen habe und jetzt im November Teil 3 fertig gelesen hab. 😀 Das Problem waren aber die Nebenfiguren. Das Beispiel in Teil 1 war Kralle und im letzten Teil die Maus Wyona. Erzählt mir doch nicht, dass sie schwer verletzt ist und erwähnt sie nie wieder. Lebt sie noch? Geht es ihr gut? Um das Schicksal von den Nebenfiguren bin ich immer besorgt.

In Teil 2 „Die Herrschaft der Katzen“ haben Hopper und Zucker mit den Konsequenzen aus Teil 1 zu leben. Dadurch, dass der Rattenkaiser Titus abgesetzt wurde, ist die Abmachung mit der Katzenkönigin Felina hinfällig und die Bewohner von Atlantia nicht mehr sicher. Und auch die Geschwister Pinkie und Pip machen Hopper das Leben schwer. Alle drei haben nach der Flucht aus der Tierhandlung Abenteuer erlebt und müssen ihren Weg auch in dem Umgang miteinander finden. In all dem Chaos wird Hopper von Kammerjägern mit in die Oberwelt genommen und muss einen Weg zurück in die Tunnel finden und seine Freunde und seine Geschwister retten.

In Teil 3 „Die Rückkehr des Mäusekriegers“ (Teil 3 von Trilogien heißt auch ganz häufig Rückkehr von irgendwem) müssen Hopper und seine Freunde sich einem neuen Gegner stellen, nachdem Felina besiegt ist: Pip! Dieser hat geschworen Atlantia zu zerstören. Doch während sie alle versuchen Pip zu finden, bekommen sie nicht mit, dass es noch einen anderen Feind gibt. Was das Ganze interessant macht, ist, dass hier auch die Kinder von Zucker eine große Rolle spielen.

An den Büchern hat mir sehr gefallen, dass man mitbekommt, wie die Figuren sich entwickeln und warum die Figuren so sind und so werden. Das beste Beispiel sind meiner Meinung nach der Rattenkönig Titus und der Mäuserich Pip. Das sieht man allerdings erst in Teil 2 und 3. Tatsächlich fand ich den ersten Teil am Schwächsten. Es ist halt die übliche Geschichte und wie oben bereits geschrieben, niemand erzählt Hopper irgendwas, bis es einfach zu spät ist. Es war halt ganz nett zu hören. Die Folgebände haben mich da wesentlich mehr überzeugt. Das Zeigen der Konsequenzen hat mir gut gefallen. So wird zum Beispiel in Teil 3 Hope, die jüngste Tochter von der Ratte Zucker, von ihren älteren Geschwistern gemobbt und läuft daraufhin weg. Erst danach wird den Geschwistern klar, wie ihre „Witze“ von Hope wahrgenommen wurden. Ein sehr gutes Beispiel ist auch Pip. Dann spoiler ich aber so viel. Sehr schön gestaltet finde ich die Cover.

Kritikpunkte habe ich ja schon genannt. Was mich am Meisten gestört hat, war aber tatsächlich die Kleidung der Mäuse. Die Rattenstadt Atlantia ist tatsächlich von den Ratten gebaut und sieht auch wie eine Stadt aus. Das stellt auch der eine Kammerjäger fest. Dass die flüchtenden Ratten Kleidung tragen und die Wachen auch kleine Schwerter haben, fällt den Menschen nicht auf? So ein roter Umhang auf einer grauen Ratte müsste doch auffallen? Die eine Ratte in Teil 3 hat ein Holzbein… Es ist halt eine Pi-ratte. Gut bei Bernard und Bianca ist das auch so. Irritiert hat es mich aber doch.

Tei 2 und 3 gleichen die Schwächen von Teil 1 aus. Gesamt kann ich die Reihe nur empfehlen. Daher gebe ich der Reihe als ganzes 4 Sterne.

Mouseheart von Lisa Fiedler

  1. Die Prophezeiung der Mäuse
  2. Die Herrschaft der Katzen
  3. Die Rückkehr des Mäusekriegers

 

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Bald wird es Nacht, Prinzessin von Anna Schneider

Während einer Party bricht Nova zusammen und fällt im Krankenhaus ins Koma. Ihre beste Freundin Jessi macht sich mit Daniel auf der Suche nach der Ursache für den Zusammenbruch und nach einem Weg Nova aus dem Koma zu holen. Sie ahnen nicht, wie sehr sie sich dabei selbst in Gefahr bringen.

Das Jessi versucht rauszufinden, was in der Nacht passiert ist, versteht man sofort. Aber warum Daniel helfen will, erschließt sich erst nach einer Weile. Als Leser erfährt man am Anfang nicht viel mehr. Mehrere Jungs haben Novas Zusammenbruch mitbekommen und scheinen in irgendeiner Form Schuld daran zu sein. Zumindest einer von ihnen geht auf die Party und holt Hilfe. So kommt Daniel ins Spiel und der besagte Junge kann sich davon schleichen. Daniel leistet Erste Hilfe und begleitet Nova ins Krankenhaus. Da er dort sein FSJ macht, besucht er sie häufiger, nimmt Anteil an ihrem Schicksal, lernt Jessi kennen und wundert sich über so kalte Eltern. Da wundert nicht nur er sich.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Jessis und aus Daniels Sicht geschrieben. Zwischendurch erfährt man durch Vlogs von Nova mehr über sie selbst. Aber auch Tobi, der Junge der Hilfe geholt hat, kommt zu Wort. Während die Geschichte am Anfang noch recht langsam anläuft, gewinnt sie mit der Zeit an Kraft und fesselt mehr. So gewinnen die Personen mehr an Tiefe und bald kommt die Frage auf, welche Geschichte stimmt. Zum Glück erfährt man dies, bevor Nova aufwacht. Das Ende hat mir gut gefallen. Nicht, weil es dann zu Ende war, sondern die Auflösung des Ganzen. (Pädagogisch wertvoll und so 🙂 ) Bald wird es Nacht, Prinzessin ist ein Thriller ab 14, vielleicht liegt das Ende zum Teil daran, aber so Enden wünsch ich mir häufiger.

Gut gefallen haben mir die entstehende Spannung, die Portion Liebe :), die Figuren und das Ende. 4 Sterne.

 

Titel: Bald wird es Nacht, Prinzessin

Autor: Anna Schneider

Erschienen: Stuttgart : Planet Girl, 2014

Seiten: 224 S.

Format: Taschenbuch

ISBN: 978-3-522-50393-8, 3-522-50393-7

Fairest von Bill Willingham

Nun erzählte ich schon von der Comicserie Fables , also kommt jetzt eine der Auskopplungen. Von Fairest sind im Deutschen bisher 5 Bände erschienen (Stand Oktober 2015). Während es in der Hauptserie Fables um die Geschichte der Fables in unserer Welt allgemein in Fabletown und auf der Farm geht, wird in Fairest die Geschichte einzelner Frauen beleuchtet. Die Figuren selbst tauchten (fast) immer schon auf und manche verliert man als Leser dank dem großen Ganzen aus dem Blick und fragt sich, wie es ihnen ergangen ist. So geht es im 1. Band um Briar Rose (Dornröschen), die mal wieder von einem Prinzen wachgeküsst wird und nicht wirklich von ihm begeistert ist. Wer wird auch gerne vom König der Diebe wachgeküsst? Und wie entkommt man der Rache einer anderen rachsüchtigen Frau? Die Geschichte wird in dem jeweiligem Band (bisher) immer abgeschlossen. So geht es dann im 2. Band auch um Rapunzel, die sich ihrer Vergangenheit stellen muss. Band 3 erzählt die Geschichte von Nalayani, die ihr Dorf vor Wildhunden schützen will und sich auf dem Weg zum Maharadscha macht, um Hilfe zu bekommen. In wiefern diese Geschichte mit Fabletown zu tun hat, verrate ich aber nicht. 🙂 In Band 4 macht sich Cinderella auf die Suche nach einem Mörder, der Jagd auf die schönsten Frauen in der Geschichte von Fables macht. Da das der aktuellste Band von Fairest ist, denn ich gelesen habe, erzähl ich auch von ihm.

Diesen Band finde ich tatsächlich am schwierigsten zu bewerten. Die Idee für die Morde ist toll und Cinderella ist eine tolle Ermittlerin. Der Band bricht mit dem sonstigen Erzählstil in Fairest. Sonst ist es ein reiner Comic und hier erzählt der Zauberspiegel von den Geschehnissen und ist selbst ein Teil der Geschichte. So gibt es immer wieder reine Textstücke. Nun sollen die Opfer die ganzen wichtigen Frauen aus der Geschichte Fables sein, und spätestens als Snow White und Rose White tot waren, habe ich mich gefragt, wie Bill Willingham das wieder retten will oder ob ich bei der Hauptserie nicht auf dem aktuellen Stand bin. Allerdings hätte Bill Willingham die beiden wichtigen Figuren nicht in einer Auskopplung sterben lassen. Also müssen die beiden zum Schluss wieder leben. Hm. Auf die Erklärung war ich gespannt. Die Lösung war hm. Einleuchtend, wird erklärt, typisch märchenhaft (nicht im Sinne von schön, sondern im Sinne von den bösen Schwestern wurden zur Strafe von den Tauben die Augen ausgehackt) und hat mich dennoch nicht zufriedengestellt. Der Teil mit Glockenblume gefällt mir absolut nicht. Das Ende, das man aus der Hauptserie kannte, fand ich besser. Ich mag lieber Happy Ends (mit Spannung). 🙂 Mir ist gerade aufgefallen, dass auf das Schicksal von zwei Frauen zum Schluss nicht eingegangen wurde. Bleibt wohl für die Hauptgeschichte übrig.
Das zeigt auch das Problem von der Serie Fairest. Sie ist eine Zusatzserie zu Fables. Wenn man die Hauptserie nicht liest, ist es sinnlos Fairest zu lesen, denn man versteht diese Welt nicht. Der andere Punkt ist, dass auch wenn die Figuren sich entwickeln und auch die Geschichte von Fabletown erwähnt wird, es gibt keine gewaltigen Entwicklungen. So ändert sich was bei dem Spiegel und einige Figuren sterben, aber momentan tragende Figuren der Geschichte wie Snow White und Rose Red können nicht in Fairest sterben. Das geht erst, wenn der Fokus der Hauptgeschichte und die große Geschichte von Fabletown und Einwohnern auf anderen Figuren liegt.

Die Comicreihe ist wieder nicht für Kinder. Genau wie in Fables geht es auch grausam und erwachsen zu (wie in den Märchen Kopf ab) und schon ziemlich am Anfang sieht man geköpfte Opfer. Vom Verlag wird der Comic ab 12 Jahre empfohlen und vorher sollte wirklich nicht sein.
Die Geschichten selbst finde ich sehr gelungen und auch die Comics gefallen mir vom Zeichenstil. Auch hier wechseln die Zeichner wie in Fables.

Insgesamt eine schöne und abwechslungsreiche Geschichte, man muss allerdings Comics und die Hauptserie selbst mögen.

Fairest : [aus der Welt von Fables ; Comic] / [Bill Willingham ; Matthew Sturges, Autoren. Phil Jimenez …, Zeichn. Andrew Dalhouse …, Farben. Gerlinde Althoff, Übers.]. – Stuttgart : Panini-Verl.
(Vertigo) (Panini-Comics)
Einheitssachtitel: Fairest. – Erscheinungsverlauf: Februar 2013 – Erscheint noch. – Vom Verlag ab 12 Jahren empfohlen

Arm aber Bio! von Rosa Wolff

Kann man mit dem Hartz-IV-Regelsatz auch Biolebensmittel kaufen und sich gesund ernähren? Rosa Wolff versucht es. Als sie arbeitslos wird, räumt sie alle Vorräte zur Seite und will einen Monat nur Biolebensmittel kaufen.

Das Buch besteht aus vielen Tagebucheinträgen und einem Rezeptteil, damit man die Rezepte ausprobieren kann. Die Kekse klingen lecker. 🙂 Am Ende jedes Tages berechnet Rosa, wie viel sie gegessen hat, mit welchem Wert und wie viel Obst und Gemüse. So viel sei verraten: Sie ist häufiger über dem Tagessatz und genug Obst und Gemüse ist selten.

Ich muss sagen, ich hätte den Nerv nicht dafür alles auszurechnen und durch 5 Läden zu fahren, um die günstigsten Lebensmittel zu finden. Gelesen habe ich es vor allem, weil ich nicht zu den Großverdienern gehöre. Ihre Kochideen und alles fand ich gut, aber die Zeit dafür hab ich nicht. Mit Hartz-IV-Satz kann es anscheinend gehen, wenn man grad keine anderen teure Ausgaben hat (oder vermutlich ein Kind mit Kleidung, Schulmaterial etc.), aber man muss wirklich sehr sehr viel rechnen und häufiger hungrig ins Bett gehen. Die 5 verschiedenen Läden wollen wir auch nicht vergessen. Für Geringverdiener ist es wahrscheinlich nicht oder schwer machbar. Kochen sollte man auch können. Ich meine, ich hab schon mal geschrieben, dass alle die sich gut ernähren wollen, später Bio kaufen, kaum Fleisch (zu teuer) und viel selbst machen/kochen. Das war auch mal das erste Mal, dass ich mehr über die Aufschlüsselung des Hartz-IV-Satzes gelernt hab. Wie frustrierend es ist, dass ganze Essen durchzurechnen weiß ich aus Erfahrung, aber mit Hartz IV und Bio steigert sich der ganze „Spaß“ noch einmal.

4 Sterne, weil ich die Idee gut umgesetzt finde und Rosa Wolf neben dem Durchrechenen auch praktische Kochtipps gibt.

Arm aber Bio! : [mit wenig Geld gesund, ökologisch und genussvoll speisen ; ein Selbstversuch ; Erfahrungsbericht, Rezepte, Tipps & Infos] / Rosa Wolf. – Orig.-Ausg., 3., korrigierte u. erg. Aufl. – München : Ed. Butterbrot, 2010. – 221 S. – Zusätzliches Online-Angebot unter http://www.arm-aber-bio.de.
ISBN 978-3-9813469-0-9

Fables von Bill Willingham

Es ist Krieg und alle, die fliehen können, flüchten in unsere Welt. Unsere Welt? Genau so beginnt die Geschichte der Comicreihe Fables. Zum jetzigen Zeitpunkt (Juli 2015) wurden in Deutschland 23 Bänder veröffentlicht. Inzwischen gibt es sogar zwei Auskopplungen: Die Abenteuer von Jack (aus Jack und die Zauberbohnen) Jack of Fables (9 Bände) und die Geschichten einiger Frauen, deren Geschichten in der Hauptstorie keine Rolle spielen Fairest (bisher 4 Bände).

Ein mysteriöser Herrscher erobert in der Märchenwelt ein Reich nach dem anderem und gliedert sie in sein Imperium ein. Da die Reiche zerstritten sind, gibt es keine Bündnisse und als sie die Bedrohung wahrnehmen, ist es zu spät. So fällt unter anderem Narnia und die Welt von Oz. In New York finden viele Fables (so nennen sich die Märchenfiguren) eine Heimat und für die nicht menschlichen Wesen (bzw. nicht menschlich wirkende) gibt es die Farm, geschützt durch Zauber, damit die Normalos nichts mitbekommen. Auf der Farm findet man beispielsweise die drei Bären, Baghira, Drachen und die drei kleinen Schweine. Am Anfang dreht sich die Geschichte um Bigby Wolf. Er ist der Sheriff in Fabletown, verliebt in Snow White und nicht unbedingt beliebt (so darf er die Farm nicht betreten aus bekannten Gründen). 😉 Mit der Zeit wechseln die Hauptfiguren zu Nebencharakteren und umgedreht um die Geschichte weiter erzählen zu können. Irgendwann geht die Geschichte von den persönlichen Geschichten zu dem Kampf gegen das Imperium und die Rückeroberung ihrer Welten über. Es gibt immer noch die persönlichen Geschichten, aber man bekommt das große Ganze viel mehr mit.

Was mir gut gefällt ist die Tatsache, dass die Geschichten der Märchenfiguren komplett anders erzählt werden und die Idee von Märchenfiguren im heutigen New York. Interessant fand ich die Umsetzung der Märchenfiguren, so ist Prinz Charming der Prinz von Schneewitchen, Dornröschen und Cinderella gewesen. Bigby Wolf war der böse Wolf in allen Geschichten. Eine Besonderheit ist Snow White. Im Englischen heißen Schneewittchen und Schneeweißchen beide Snow White und die Erklärung fand ich wirklich gelungen. Es gab für sämtliche Fables eine Amnestie, damit sie nicht untereinander Rache nehmen und auch einige sehr böse Figuren sind in New York dabei (z.B. die Hexe aus Hänsel und Gretel). Am Anfang war es ungewohnt, dass die Zeichner häufiger wechseln, aber man gewöhnt sich dran.(Das erste Video zeigt in wenig die verschiedenen Zeichenstiele und enthält Spoiler aus der Geschichte zwischen Bigby und Snow White). Erwähnen möchte ich, dass Fables kein Comic für Kinder ist. Für Jugendliche bestimmt auch OK (Altersempfehlung von Jack and the Fables ab 16), aber die Zielgruppe sind Erwachsene. Zwar sterben auch in den Märchen Figuren grausam (z.B. die Gänsemagd/Falada), aber für Kinder ist es doch ein Unterschied, ob man es nur in einem Satz liest oder die Hinrichtung wunderschön illustriert ist. Wie bei Game of Thrones sterben hier auch wichtige Personen.

Insgesamt eine schöne und abwechslungsreiche Geschichte, man muss allerdings Comics mögen. Einige Märchen und Sagen habe ich auch erst so kennengelernt.

Es gibt inzwischen auch ein Computerspiel und spielt zeitlich vor Fables aber schon in Fabletown mit Mord und Totschlag. Ist ein Telltalegame.

Sekundentod von Petra Mattfeldt

Was passiert, wenn man eine Tote hat, die nach einer Romanvorlage getötet wurde? Bei Castle holt man sich den Autor als Hilfe. Wenn die Autorin allerdings das Mordopfer ist, muss man wohl das Buch lesen. 🙂

Wer hatte diesen Moment noch nicht? Man liest, wie jemand stirbt und denkt nur „Hoffentlich macht das nie jemand nach.“, „Wie kommt man auf die Idee?“ und „Zum Glück ist es nur ein Buch.“. Nun wurde die Krimiautorin auf grausame Art getötet: Erstickt, weil die Nasenlöcher verstopft wurden und der Mund mit Sekundenkleber zugeklebt wurde. Ein Buchtitel, der sofort verständlich und nachvollziehbar ist. Nun darf Hauptkommissar Falko Cornelsen mit seinem Team ermitteln. Jedenfalls stirbt sie genau wie die Opfer in ihrem neuen Buch, nur war es zu dem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlicht … Zum Glück hat er einige Tricks auf Lager um sich in den Täter hineinzuversetzen und das Verbrechen aus einem anderem Winkel zu betrachten. Dem Mörder kommen sie recht schnell auf die Spur, aber dann kommt die Überraschung: Auf fast identische Art wurde schon eine Frau getötet. Ist der Mann ein Serienmörder? Und wie kam die Autorin auf die Idee ihre Opfer im Roman genau so sterben zu lassen wie in der Realität? Kannte sie einen Polizisten aus der Stadt oder Zufall?

Spoiler:

Natürlich ist es kein Zufall. Die Perspektiven fand ich gut gewählt und wäre Kerstins Perspektive nicht gewesen, hätte ich es wohl nicht zu Ende gelesen. Damit ist klar: Jemand tötet so, wie in den Romanen beschrieben. Wobei es ja eigentlich umgedreht ist und Kerstin eins der neuen Opfer für den nächsten Roman ist.

Auch wenn die Ermittler logisch ermitteln, alles überprüfen etc., kam der Moment, an dem sie wohl leicht übermüdet waren. Sonst hätten sie eigentlich auf die Idee kommen müssen. Vielleicht war die Theorie auch zu abwegig. Mit den Figuren bin ich teilweise nicht warm geworden. Erst nach dem erhellenden Abend mit seiner Frau wurde mir Falko durch seine Art sympathisch. Bei dem Gespräch musste ich so grinsen. Die Eigenart, die Tatorte nachzubauen, hat mir gut gefallen. Ich musste dabei an Grissom aus CSI denken. Falko wirkt auch so leicht kauzig, aber unbestreitbar erfolgreich.

Die Idee für den Roman hat mir gut gefallen, die Personen wirkten auf mich überzeugend, die verschiedenen Perspektiven waren gut gemacht, der Anlass für die Morde war verständlich (so weit es bei so was verständlich und nachvollziehbar sein kann), aber der Schreibstil war nicht ganz nach meinem Geschmack, sodass mir bei dem Buch der Leserausch fehlte. Von mir kriegt das Buch 4 von 5 Sternen.

Sekundentod : Kriminalroman / Petra Mattfeldt. – Orig.-Ausgabe. – München : Knaur, 2014. – 361 S. ; 19 cm.
(Knaur ; 51445)
ISBN 978-3-426-51445-0

Bestialisch von J. A. Kerley

Überraschend wird Detective Carson Ryder nach New York gerufen, als dort eine Psychiaterin grausam getötet wird. Das Opfer Dr. Evangeline Prowse selbst (eine Freundin von Carson) war der Ansicht, dass nur Carson ihre Taten verstehen und entsprechend handeln kann. Carson findet schnell heraus, wer anscheinend der Mörder ist: Jeremy, psychopathischer Serienmörder, ehemals eingesperrt in einer Klinik und sein leiblicher Bruder. Carson verschweigt den New Yorker Kollegen natürlich, dass Jeremy sein Bruder ist, um weiter ermitteln zu können. Aber warum hat Evangeline Jeremy bei der Flucht geholfen? Er wurde nicht nur für den Mord an seinem brutalem Vater, sondern auch wegen der grausamen Ermordung mehrerer Frauen eingesperrt. Nicht gerade jemand, den man einfach so unbewacht draußen rumlaufen lässt. Als weitere Opfer mit Jeremys Signatur gefunden werden, beginnt ein Katz- und Mausspiel der besonderen Art. Denn Jeremy ist hochintelligent und seinen Verfolgern anscheinend immer einen Schritt voraus.

Bestialisch ist ein Fall aus der Carson-Ryder-Serie. Die anderen Bände habe ich nicht gelesen und es gab keinen Moment, bei dem ich dadurch Probleme hatte. Den Schreibstil fand ich angenehm zu lesen. Interessant fand ich den Perspektivenwechsel. Einmal Casons Sicht aus der Ich-Perspektive und Jeremys aus der Erzählerperspektive. Während Jeremy völlig entspannt seinen Plan verfolgt, scheint Carson immer ein wenig hinterher zu hecheln und ist damit beschäftigt in New York ernst genommen zu werden. Die Entwicklung der Personen und der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Einiges hat mich doch sehr überrascht, fand ich aber dann schlüssig. Das Ende war so … Es war gut, anders hätte ich es ziemlich enttäuschend gefunden (durch die Entwicklung der Figuren). Es weist auf eine Fortsetzung hin. Unpraktisch, dass die Bände 5 und 6 nicht im Deutschen veröffentlicht wurden. Band 7 gibt es wieder auf Deutsch. Mal sehen, wie es sich entwickelt.

Bestialisch bekommt von mir 4 von 5 Sternen.

Bestialisch : Thriller / J. A. Kerley. Aus dem Amerikan. von Bettina Zeller. – Dt. Erstausg., 1. Aufl. – Berlin : Ullstein, 2010. – 377 S.
(Ullstein ; 28041)
Einheitssachtitel: Blood brother <dt.>.
ISBN 978-3-548-28041-7

Die Carson-Ryder-Reihe laut Crimi-Couch:

Einer von hundert (2004)
Der letzte Moment (2005)
Den Wölfen zum Fraß (2006)
Bestialisch (2006)
In the Blood (2009)
Little Girls Losts (2009)
Krank (2010)
Her last scream (2011)