The Witcher Band 2: Fuchskinder


Fans von dem Spiel „Witcher 3“ werden sich hier bestimmt freuen. Zumindest ich habe mich gefreut. 😀 Geralt erlebt hier weitere Abenteuer. Band Nr. 1 war „Im Glashaus“ und auch sehr unterhaltsam.

Geralt von Riva ist ein Hexer und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit der Monsterjagd. Mit dem Zwerg Addario ist er auf dem Weg nach Novigrad. Eigentlich reisen sie auf einem Schiff mit, um schneller und sicherer dort anzukommen. Doch das Schiff beherbergt die Entführer eines Fuchskindes. Was nicht so harmlos ist, wie es klingt. Fuchskinder sind weibliche Elfenkinder, welche von Vulpien entführt werden und sich selbst in Vulpien verwandeln. Vulpien sind Füchsinnen, die Illusionen, Täuschungen und falsche Visionen wirken und Menschengestalt annehmen können. Geralts Rat, dass Fuchskind freizulassen und so die Vulpie zu besänftigen, wird nicht gut aufgenommen und so segelt das Schiff ins Verderben. Bald beginnt der Überlebenskampf mit dem Wissen, dass alles oder nichts real ist.

Ich muss sagen, dass ich den Humor von Geralt liebe … und den Zeichenstil … und die Welt. Also im Grunde alles. Ob die Bücher von Andrzej Sapkowski besser/ schlechter sind, kann ich nicht beurteilen, da ich wirklich nur das Spiel „Witcher 3“ kenne. Auf jeden Fall muss man die Bücher nicht kennen, um die Welt und die Geschichte zu verstehen. Es ist Fantasy und nicht die Fantasy von Herr der Ringe „Elben sind gut, Orks sind böse“. Die „menschlichen“ Abgründe sind überall. Der Humor oder eher die Sprüche sind teilweise böse. Nur zur Erinnerung: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Und edle Taten führen nicht immer zu einem Happy End. Es gibt aber auch immer wieder schöne Weisheiten.

„Die Nacht ist noch jung!“ „Und ich habe ihre Jugend genug gekostet, ich gehe zu Bett, ehe sie alt wird.“ (S. 121 laut E-Book)

Für den Comic gebe ich 5 von 5 Sternen.

Laut Comic basiert dieser Band lose auf einen Abschnitt aus dem Buch „Zeit des Sturms“ von Andrzej Sapkowski.

Titel: The witcher Band 2 Fuchskinder

Autor: Paul Tobin Zeichner: Joe Querido Farben: Carlos Badilla

Erschienen: Stuttgart: Panini-Verl. , 2015

Seitenanzahl: 130 S.

Format: Comic

ISBN: 978-3-95798-224-7

Der Agrar-Rebell von Sepp Holzer

Sepp Holzer besitzt einen Bergbauernhof in 1500 Metern Höhe und erntet dort unter anderem Kiwis, Kirschen und Kürbisse. Die Permakultur betreibt er schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Neben dem Anbau bietet er inzwischen auf dem „Krameterhof“ Fortbildungen und Kurse zur alternativen Landwirtschaft an.

In diesem Buch geht es um seine Lebensgeschichte, die Entwicklung des Krameterhofs, seine Philosophie und die Grundprinzipien seines Denkens. So fängt alles mit seinen ersten Anbauversuchen und Misserfolgen (so geht es auch weiter: er erzählt auch von den Rückschlägen und warum er etwas wieder aufgegeben hat) als Kind, aber auch sein Leben mit Schulzeit, Kindheit in den Bergen kommt zur Sprache. Dieser rote Faden zieht sich durch das ganze Buch: Privatleben, Entwicklung des Kramterhofs und die Versuche eine Idee profitabel umzusetzen und warum es erfolgreich bzw. woran es gescheitert ist. Bei vielen Projekten stand nicht die Wirtschaftlichkeit, sondern die Vereinigungen der Forstwirtschaft und der Fischwirtschaft und die Bürokratie im Weg. So etwas hab ich das als absoluter Laie noch nie mitbekommen und fand die Vorgänge sehr spannend und teilweise sehr absurd.

Spannend fand ich auch die Berichte, wie er etwas erfolgreich anbaut und die Biotope für die Fische etc. anlegt, sodass sich die Systeme selbst erhalten. Ich brauch einen Garten zum Testen. 🙂 Kurzfassung: Nicht das tun, was in alten(?) Büchern zur Forst-/Fisch-/Landwirtschaft steht, nie Monokulturen und sich in die Lebewesen rein versetzen. Ein paar Aktionen von ihm fand ich aber doch etwas fragwürdig. Verständlich bei den Aktionen von den anderen, aber doch … fragwürdig.

Insgesamt fand ich das Buch sehr gut. Wer eine Mischung aus Biografie, Anbautipps und sich für die verschiedenen Nutzungsformen (von Wäldern) interessiert, sollte mal einen Blick reinwerfen.

5 Sterne

Titel: Der Agrar-Rebell

Autor: Sepp Holzer

Erschienen: München : Goldmann, 2006

Seitenanzahl: 346 S.

Format: Taschenbuch

ISBN: 978-3-442-21771-7

Preis: 8,95€

2002 gab es schon ein Buch unter dem Titel. War vermutlich die gebundene Ausgabe und hat knapp hundert Seiten weniger.

Das Kaninchenrennen von Boris Koch

Wer möchte nicht auf einer Statue verewigt werden? Tim hat dazu die Chance, denn jedes 10-jährige Kind in Niederrhode nimmt bei dem jährlichen großen Rennen teil. Dabei müssen nicht sie selbst die schnellsten sein, sondern die Kaninchen mit denen sie antreten. Was für Außenstehende erst mal völlig albern wirkt, ist in dem Ort seit 4 Jahrhunderten Tradition. Laut Legende hat damals ein Kaninchen die Stadt vor Räubern gewarnt und so die Stadt gerettet. Ihm zu Ehren findet jedes Jahr mit den Nachkommen des Kaninchens dieses Rennen statt auf der ungefähren legendären Strecke von über 3000 Metern. Die Kinder müssen dabei ihr Kaninchen anfeuern und auf der Strecke halten.

Tim möchte dieses Rennen unbedingt gewinnen und beweisen, dass sein Vater damals nicht gekniffen hat, weil dieser damals nicht teilgenommen hat. Nachdem er sich mit seinen Freunden zerstreitet und zu der Beschnupperung (da dürfen sich die Kinder zum ersten Mal die Kaninchen ansehen) zu spät kommt, muss er bei der Kaninchenweihe auf gut Glück ein Kaninchen aussuchen und wählt die Nr. 13. Tim kriegt das Kaninchen auch, aber es hat nur 3 Beine. Wie soll er so das Rennen gewinnen? Nun lässt sich Tim nicht so leicht unterkriegen und mit seinen neuen Freunden Pascal und Lissy fängt er an zu trainieren und nach einer genialen Idee könnte sich das Blatt für Tim wenden. Können der Kneifer Tim mit Blackbeard, der zugezogene Pascal mit Fersengeld und Lissy mit dem Zwergkaninchen Goliath (Mädchen dürfen nur mit Zwergkaninchen antreten) beweisen, dass sie keine Verlierer sind?

Ich kenne den Autor Boris Koch schon durch den „Drachenflüsterer“ und die Fantasyparodie „Die Anderen“ und ich gebe zu, dass ich ein Fangirl bin. 🙂 Da war für mich auf der letzten Buchmesse klar, dass ich mir auch das neue Buch gleich mit Widmung hole. Jetzt habe ich es endlich mal gelesen und ich muss sagen: Mir gefällt es. Die Idee finde ich klasse und was die drei Freunde für ein Durchhaltevermögen haben. Das Buch ist gut zu lesen und ich hab es in einem Rutsch durchgelesen (OK bis um 0:30 in der Früh und die letzten 30 Seiten dann nach dem Aufstehen). Mir gefällt die Geschichte über die Freunde und die Beziehung zwischen einem Jungen und seinem Kaninchen bzw. generell Kindern und Tieren. Wie viel Ehrgeiz ist gesund und wann ist ein Rennen DAS Rennen oder einfach nur ein Rennen? Das Buch hat übrigens ein Daumenkino und zum Glück war ich nicht die Einzige die erst wegen den Bildern irritiert war. 😀 Ich habe es heute gleich für eine Buchvorstellung für eine 3. Klasse benutzt und ein Mädchen hat es gleich mitgenommen (also das Bibliotheksexemplar 😉 ). (Die Seiten 24-28 sind zwar ziemlich am Anfang, aber sehr lustig. Falls es jemand gebrauchen kann.) Das Buch selbst ist so ab 9 Jahre geeignet. Sehr schön finde ich auch das Cover. Darauf sieht man schön gezeichnet Tim mit Blackbeard (der Nr. 13) und den Favoriten für das Jahr Nr. 24. Vielleicht wirken die 300 Seiten abschreckend oder das Cover oder der Klappentext wirkt nicht peppig genug, aber das Buch hat sehr lange unbeachtet in der Bibliothek gestanden. Völlig unverdient. Kaum wird es ausführlich vorgestellt, wird es gelesen.

Auf jeden Fall empfehlenswert, nicht nur für Kinder, sondern auch generell für Kaninchenliebhaber. (Und ich will wieder ein Kaninchen haben :D)

5 Sterne

Titel: Das Kaninchenrennen

Autor: Boris Koch

Erschienen: München : Heyne, 2014

Seitenanzahl: 336 S.

Format: gebunden

ISBN: 978-3-453-26940-8

Preis: 12,99€

Aber lassen wir Boris Koch noch zu Wort kommen (und nein, bei der Vorlesung war ich nicht dabei 😀 ):

Carusos Lied von Suzanne Barton

Der kleine Vogel Caruso hört eines morgens einen wunderschönen Gesang. Als er dem Gesang folgt trifft er auf den Morgensonnenchor und möchte gerne mitsingen. Aber morgens ist er immer so müde, dass er nicht mitsingen kann. Warum nur kann er abends viel singen, aber nicht morgens?

Caruso ist ein wunderschön illustriertes Kinderbuch. Es hat nicht viel Text und ist eher ein Buch zum Vorlesen. Der kleine Caruso trifft mehrere Tiere bevor er den Morgensonnenchor findet. Es lädt dazu ein, dass die Kinder die Geräusche der Tiere nachmachen oder dass man die Geräusche vorspielt (auch von CD). Auch ein gutes Buch für Kinderveranstaltungen. 🙂

Caruso schafft es nicht in den Chor, aber er findet einen Freund und kann mit ihm nachts singen. Wie es eine Nachtigall macht. Denn genau das ist Caruso. 🙂

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen. Die Geschichte ist schön, das Buch ist schön illustriert und eine kleine Lektion für das Leben ist mit dabei. Wie der Buchtitel auch sagt: Du bist gut, so wie du bist.

Carusos Lied : [du bist gut, so wie du bist!] / Suzanne Barton. [Dt. Text von Hanna Schmitz]. – Münster : Coppenrath, 2015. – [28] S. : zahlr. Ill. ; 28 cm. – Einheitssachtitel: The dawn chorus <dt.>.
ISBN 978-3-649-62019-8

Missing. New York von Don Winslow

Die kleine Hailey spielt im Garten, als das Telefon klingelt und ihre Mutter kurz ins Haus geht. Als sie eine Minute später zurückkommt, ist ihr 7-jährige Tochter verschwunden. 2 Wochen später verschwindet ein weiteres Mädchen – diesmal findet man die Leiche, der Täter wird gefasst und er soll auch an dem Tod von Hailey schuld sein. Fall erledigt. Aber der damalige Ermittler Frank Decker hat Zweifel. Er glaubt, dass Hailey lebt und um sie zu finden, lässt er alles zurück. Er reist durch die USA, um jeden Hinweis nachzugehen. Endlich bekommt er einen vielversprechenden Hinweis. So fährt er nach New York, um dort hartnäckig jeden Stein nach Hailey umzudrehen und lässt sich auch durch Schläger nicht einschüchtern.

Missing. New York ist der erste Band einer neuen Reihe von Don Winslow. Don Winslow schafft es Cliffhänger einzubringen, dadurch dass er plötzlich mal die Perspektive wechselt und man erfährt wie es Hailey gerade geht und wie sich die Ermittlungen von Frank Decker bei ihr auswirken. Die Kapitel sind recht kurz, im Schnitt ca. 3 Seiten würde ich schätzen. Die Kapitel wirken wie Momentaufnahmen und der Schreibstil erinnert mich an viele (ältere) Detektivfilme, von denen mir kein einziger einfällt, aber so wie am Anfang von Bernd das Brot Video unten, meine ich es. Vor meinen Augen lief der Film ab, nicht wie CSI oder Criminal Minds, sondern wie ein Detektivfilm mit Trenchcoat und Regen in trüben Seitengassen. Der Fall kommt ohne viel Gewalt aus. Man rutscht nicht von einem Blutbad zum nächsten, sondern Gewalt ist hier wirklich Mittel zum Zweck. Brutal, aber man ertrinkt nicht darin wie in anderen Büchern. Der gesamte Fall ist gut aufgebaut. Die Ermittlungen, das Versagen und die Hintergründe für die Tat. Die Wendungen waren überraschend, aber glaubwürdig und logisch. Auch die Figuren, ihre Geschichten und ihr Verhalten wirkten nachvollziehbar. Aus irgendeinem Grund mag ich den Mafioso und Felicity.

Der Krimi ist nichts für zwischendurch, weil er einfach so fesselt.  Von mir kriegt Missing. New York 5 von 5 Sternen.

Missing. New York : Roman / Don Winslow. Aus dem Amerikan. von Chris Hirte. – München : Droemer, 2014. – 394 S.. – Einheitssachtitel: Missing. New York <dt.>.
ISBN 978-3-426-30428-0

Und genau an diesen Erzählstil musste ich denken. 🙂 Ein „Original“ konnte ich nicht finden, aber Bernd das Brot tut es auch ganz gut.

Das weiße Kleid des Todes von Julia Spencer-Fleming

Julia Spencer-Fleming hat mit ihrem Erstlingswerk alle großen Krimipreise von Amerika (Anthony Award, Agatha Award, Barry Award, Macavity Award und den Dilys Award) 2003 gewonnen. Also hier die deutsche Übersetzung (wie aus In the Bleak Midwinter aber Das weiße Kleid des Todes wird, erschließt sich mir nicht).
Clare Fergusson war Hubschrauberpilotin bei der Army, bevor sie sich entschied Pastorin zu werden. In der Episkopalirche von Millers Kill ist sie die erste Pastorin und kaum ist sie dort angekommen und kämpft noch um Anerkennung in der Gemeinde, wird ein neugeborenes Kind auf den Stufen ihrer Kirche in einer eisigen Dezembernacht ausgesetzt. Bei dem Kind liegt ein Brief mit der Bitte, dass ein bestimmtes Paar aus der Gemeinde das Kind adoptieren soll. Nun muss sie dank des Gemeindevorstands alle Hebel in Bewegung setzen (Briefe schreiben, Mitglieder motivieren dasselbe zu tun etc.) damit es so kommt und sich mit dem Sheriff Russ van Alstyne auseinandersetzen. Als sie den Sheriff eines Abends begleitet um ein Gespür für die sozialen Probleme zu bekommen, finden sie einen Teenager, die Mutter des ausgesetzten Kindes, ermordet im Schnee. Clare Fergusson unternimmt alles um die Hintergründe dieser Taten und natürlich auch den Mörder zu finden, auch wenn dies bei Sheriff Russ van Alstyne nicht immer auf Begeisterung stößt.

Mir gefiel Das weiße Kleid des Todes sehr gut. Die Personen sind alle gut entwickelt und besitzen auch eine bestimmte Tiefe. Der Ort ist keine heile Welt, in der zufällig ein Verbrechen geschieht, sondern hat definitiv soziale Probleme, an denen Clare Fergusson auch etwas ändern will. Viele haben auch schlechte Charaktereigenschaften, durch die alles noch echter wirkt und das Mitleid hielt sich bei mir in einigen Fällen dadurch sehr in Grenzen. Der Krimi hatte einige Wendungen und der Täter hat zumindest mich überrascht. Clare Fergusson ist eine interessante Person durch ihre Vergangenheit und durch ihren Charakter. Sehr praktisch ist daran, dass ihre Persönlichkeit sie in Schwierigkeiten bringt und ihre Ausbildung sie dann rettet. Sheriff Russ van Alstyne ist ganz interessant und nett mit ein paar Eheproblemen. Bei Ermittlern gibt es auch schon alle Persönlichkeiten, da was anderes zu machen ist schwierig. Das Einzige was mir an dem Buch nicht gefiel ist die (sich entwickelnde) Beziehung zwischen Clare Fergusson und Russ van Alstyne. Es kam häufiger, dass er Eheprobleme und seiner Frau nichts mehr zu sagen hat und er gerne mehr bei Clare sein möchte. Ich bin mir nicht sicher, ob mir eine Affäre der beiden gefallen würde (sie Pastorin, er verheiratet). Die Anzeichen sind dafür auf jeden Fall da und die sind auch der Hinweis, dass es weitere Bände gibt.

Der nächste Band wäre Die rote Spur des Zorns, inzwischen gibt es sechs weitere. Bis ich zu Band 2 komme, wird es bei mir dauern, weil ich sehr, sehr viele Bücher noch davor auf der Liste hab, aber lesen werde ich ihn auf jeden Fall. Vor allem auf die Charakterentwicklung und die Beziehung zwischen den beiden bin ich gespannt. Auch wenn mir die Konstellation durch die Ehe noch nicht gefällt, ist sie sehr gut gemacht. Der Fall ist gut gemacht, die Wendungen logisch und schöne Hintergrundgeschichten.

Das weiße Kleid des Todes kriegt von mir 5 von 5 Sternen.

Das weiße Kleid des Todes : Roman / Julia Spencer-Fleming. Aus dem Amerikan. von Stefan Troßbach. – Dt. Erstausg. – München : Knaur Taschenbuch Verlag, 2005. – 478 S. ; 18 cm.
(Knaur ; 62833)
Einheitssachtitel: In the bleak midwinter <dt.>.
ISBN 3-426-62833-3

Before they pass away

Beeindruckend. Dieses Wort beschreibt meiner Ansicht nach das Buch perfekt. Dies liegt zum einem an der Größe, zum anderen an den grandiosen Bildern. Das Buch ist wirklich riesig und sehr schwer. (Ich hätte mir wahrscheinlich das Buch in der Bibliothek ansehen sollen und es nicht mit nach Hause nehmen sollen. Wäre meinem Rucksack besser bekommen.) Durch dieses Format kommen die Bilder aber sehr gut zur Geltung. Jimmy Nelson hat für diesen Bildband die Lebensweise verschiedener Stammeskulturen aus aller Welt dokumentiert. Man sieht nicht nur die Lebensweise und die traditionelle Kleidung, sondern neben Porträts auch die Landschaft, in denen die Gemeinschaften leben. Allein bei dem Anblick der Landschaften fühlte ich eine Ehrfurcht vor der Natur. Bei dem Anblick der Menschen spürt man den Stolz und die Würde. Wie oft sieht man bei Dokumentationen, dass die Kinder in abgerissenen T-Shirts durch das Dorf mit den scharrenden Hühnern laufen und das stinkende Abwasser mit viel Müll einfach in einer Rinne die Straße entlang läuft? Wer denkt da nicht, dass die Zivilisation noch nicht da ist. Unter Umständen mit Mitleid für die Einwohner, die ohne Strom und Sanitäranlagen etc. leben müssen. Solche Bilder gibt es in diesem Buch nicht. Das Buch vermittelt wirklich die Kultur und den Stolz der Personen und es gab so einige die auf mich einfach nur weise wirkten. Zu den einzelnen Völkern/Stämmen gibt es Texte in Deutsch, Englisch und Französisch, diese habe ich ehrlich gesagt nicht vollständig gelesen, lieber habe ich mir die Fotographien angesehen. Die Texte beschreiben die Ursprünge, den Brauchtum, den Glaube, die Lebensweise und die Ernährung. In den Texten steht dann beispielsweise, dass der Stamm auch Kannibalismus ‚betreibt‘. Auf einigen Fotos lassen sich die Personen auch mit Waffen ablichten. Die Kulturen werden also auch nicht mit einer rosa Brille gezeigt.
Das Buch ist mit 128 € ziemlich teuer. Der Preis ist bei dem ganzen Aufwand sicherlich gerechtfertigt, aber es ist und bleibt eine stolze Summe (stolz wie die Personen auf den Portraits). Ehrlich gesagt kauf ich mir das Buch vermutlich mal irgendwann, wenn ich mal so viel Geld übrig habe oder es gebraucht kriege. Jetzt habe ich mir das Buch aus einer anderen Bibliothek in Berlin für 2,75€ bestellt. Auf das Buch bin ich auch dadurch gestoßen, dass sich ein Leser das Buch in meine Bibliothek bestellt hat. Aus irgendeinem Grund hat er Buch nicht ausgeliehen. Könnte am Gewicht und der Größe gelegen haben. 😉
Wer die Gelegenheit hat, sollte sich diese Bilder meiner Ansicht nach unbedingt ansehen.
Before they pass away / Jimmy Nelson. [ext: Mark Blaisse]. – Kempen : teNeues, 2013. – 423 S. : überw. Ill. ; 370 mm x 290 mm. – Sprache der Vorlage: Text dt., engl. und franz.
ISBN 978-3-8327-9759-1