Die Weltenwanderin von Maxi Schilonka

Die jugendliche Maria (auch Mae genannt) findet mit ihrer Freundin Enya in der Bibliothek ein Buch in eine andere Welt. Beide sind nur ganz kurz da und werden dann wieder in unsere Welt zurückgeholt. Während Enya nie wieder darüber sprechen will, flieht Mae vor Problemen immer häufiger in die Welt des Seelenfolianten. Zum Glück landet Mae immer in demselben Raum dort in einer Bibliothek. Eines Tages nach einem besonders heftigen Streit in der Familie betritt sie die Welt und kommt nicht mehr zurück. Laut dem dortigen Dekan war sie zu häufig in der Welt des Sechs-Insel-Reichs und der Seelenfoliant merkt nicht mehr, dass Mae nicht in diese Welt gehört. Zum Glück stellt sich heraus, dass Mae anscheinend ein Mädchen aus einer Prophezeiung ist und die Welt ins Chaos stürzen wird. Da dies keiner der Regierenden will, wird sie gleich für die Reise ausgestattet, damit sie ein Artefakt für die Rückkehr in ihre Welt findet. So macht sich Mae auf den Weg mit verschiedenen Begleitern durch eine faszinierende Welt und muss verschiedene Herausforderungen bestehen, damit sie wieder nach Hause kann.

Etwas zu diesem Buch zu schreiben ist schwer. Die Idee ist toll, die Welt ist schön und die fluchende, zeternde Galionsfigur Annie war der Hammer. Mae ist am Anfang etwas anstrengend, das ändert sich aber mit der Zeit. Ich kann nicht wirklich sagen, was mich gestört hat, aber an diesem Buch habe ich ewig gelesen. Gut eine Woche für 263 Seiten. (Zum Vergleich: Für die Klinge von Namara mit 360 Seiten brauchte ich nur 2 Tage). Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass es eher ein Fantasyroman für Jugendliche ist? Der Schreibstil war ganz in Ordnung. Die Welt ist schön beschrieben. Maxi Schilonka hätte die Welt natürlich weiter beschreiben können, aber so hat es völlig ausgereicht. Mae selbst kommt in die Welt, weil sie vor ihren Problemen flüchtet und mit als Erstes tauscht sie ihr Chemiebuch in der Bibliothek heimlich gegen ein Nachschlagewerk über das Sechs-Insel-Reich aus, damit sie die neuen Dinge nachschlagen kann. Nachfragen wäre auch zu einfach gewesen. „Und du darft nichts aus dieser Welt mitnehmen.“ Zwischen den Figuren in diesem Roadmovie entsteht dann noch eine Der-lieb den-aber-der-liebt-eine-andere Geschichte. Auch eher nur jugendliches Anschmachten. Bei einigen Stellen war ich überrascht, dass da kein weiterer Handlungsstrang entstanden ist. Allerdings könnte es dem Ende nach eine Fortsetzung geben, vielleicht spielt es dann eine Rolle.

Insgesamt war das Buch ganz in Ordnung. Es hat sich für mich aber sehr gezogen und es gibt so einige Fantasybücher, die ich mehr empfehlen würde. (Passend hierzu Jamies Quest von Dominic und Cornelie Franke.) Möglicherweise gefällt mir das nächste Buch von Maxi Schilonka besser. Vielleicht liegt es auch daran, dass Die Weltenwanderin das Erstlingswerk ist. Ich will auch wissen, wie die Geschichte weitergeht, daher werde ich die Fortsetzung lesen (wenn es eine gibt) in der Hoffnung, dass ich mich da mehr einfinde.

Ich gebe dem Buch 2 von 5 Sternen, aber alle vier Rezensenten auf Amazon geben 5 Sterne. Scheint also an mir zu liegen. Hat das Buch noch jemand gelesen?

Ich zitiere mal von einer anderen Rezension von diesem Blog „Das Buch … von … hat mich auch innerlich zerrissen. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich das Buch gut fand oder ob ich das Buch abbreche.“

Die Weltenwanderin : Roman ; [Fantasy] / Maxi Schilonka. – 1. Aufl. – Hohen Neuendorf bei Berlin : AAVAA-Verl., 2015. – 263 S. ; 21 cm. –
ISBN 978-3-8459-1500-5

 

Gewalt als Kettenreaktion

Das Buch „Zerrissen“ von Shane Gericke hat mich auch innerlich zerrissen. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich das Buch gut fand oder ob ich das Buch abbreche. Ich fand den Klappentext noch ganz interessant, aber nach dem Lesen muss ich sagen, dass der Klappentext irreführend ist. So wird ein junges Mädchen (als Tramperin unterwegs) vergewaltigt und die Leiche wie Abfall weggeworfen, ein Kleinstadtsheriff wird nach einer Schießerei sterbend zurückgelassen (weil er von der Brücke gesprungen ist, die Leiche des Mädchens als Schutzschild verwendet und die Gegner ihn für tot hielten), Kinder werden entführt und tauchen nicht mehr auf (woher kommt das? OK, Kinderhandel und Kinderpornografie, aber das Kind, das wirklich in diesem Roman im Handlungsstrang entführt wird, wird drogenabhängig befreit). Die Welle der Gewalt schwappt passend zum Unwetter aber wirklich über den Ort Naperville in Illinois. Detective Emily Thompson will den Verbrechen ein Ende bereiten (sie arbeitet bei der Polizei, wäre schon angebracht, dass sie das will), aber es tauchen Briefe mit Körperteilen von Mordopfern auf. Schließlich haben die Täter Emily im Visier. Es heißt schließlich „Töten oder getötet werden“.

Es geht in dem Buch um Drogenhandel, Kindesentführung, Kinderpornografie, Geldwäsche, Erpressung und einen reizenden Serienmörder. Doch, das kann man als Welle bezeichnen. Mehr Verbrchen konnte wohl nicht mehr eingebaut werden. Für mich klang es so, als wenn das alles innerhalb eines längeren Zeitraums passiert (so drei Monate), aber es sind gerade mal ein paar Tage. In dieser Zeit sterben durch die Bande der Drogenkuriere unzählige Menschen, mehr oder weniger brutal. Die Briefe kommen allerdings schon vorher und der Serienmörder hält sich bis zum Schluss zurück. Faszinierend fand ich, dass aus der Sicht aller wichtigen Figuren geschrieben wird und jede Figur (egal wie böse), doch so ein gewisses Etwas besitzt, sodass sie sich einprägt und doch halbwegs sympahtisch und echt wirken. Auch gibt es eine gewisse Komik an manchen Stellen, die doch das Grauen (wie bei dem Serienmörder) ‚auflockert‘. Traurig, aber auch schön, ist die Geschichte über den Polizisten und seine todkranke Tochter, für die er wirklich alles tut und damit auch eine Mitschuld an der Gewalt trägt und das Ende dieser kleinen Geschichte. Irgendwann habe ich das Buch nur noch gelesen, um zu erfahren, ob der Hirsch überlebt und das Mädchen die OP bekommt. Ja, passiert beides.

Ingesamt ist die Geschichte ganz nett, aber durch den Klappentext einfach nur enttäuschend.

Zerrissen : Thriller / Shane Gericke. Aus dem Amerikan. von Sabine Schäfer. – Augsburg : Weltbild, 2012. – 446 S. ; 19 cm.
(Weltbild-Taschenbuch)
Einheitssachtitel: Torn apart <dt.>.
ISBN 978-3-86365-071-1