Das Kaninchenrennen von Boris Koch

Wer möchte nicht auf einer Statue verewigt werden? Tim hat dazu die Chance, denn jedes 10-jährige Kind in Niederrhode nimmt bei dem jährlichen großen Rennen teil. Dabei müssen nicht sie selbst die schnellsten sein, sondern die Kaninchen mit denen sie antreten. Was für Außenstehende erst mal völlig albern wirkt, ist in dem Ort seit 4 Jahrhunderten Tradition. Laut Legende hat damals ein Kaninchen die Stadt vor Räubern gewarnt und so die Stadt gerettet. Ihm zu Ehren findet jedes Jahr mit den Nachkommen des Kaninchens dieses Rennen statt auf der ungefähren legendären Strecke von über 3000 Metern. Die Kinder müssen dabei ihr Kaninchen anfeuern und auf der Strecke halten.

Tim möchte dieses Rennen unbedingt gewinnen und beweisen, dass sein Vater damals nicht gekniffen hat, weil dieser damals nicht teilgenommen hat. Nachdem er sich mit seinen Freunden zerstreitet und zu der Beschnupperung (da dürfen sich die Kinder zum ersten Mal die Kaninchen ansehen) zu spät kommt, muss er bei der Kaninchenweihe auf gut Glück ein Kaninchen aussuchen und wählt die Nr. 13. Tim kriegt das Kaninchen auch, aber es hat nur 3 Beine. Wie soll er so das Rennen gewinnen? Nun lässt sich Tim nicht so leicht unterkriegen und mit seinen neuen Freunden Pascal und Lissy fängt er an zu trainieren und nach einer genialen Idee könnte sich das Blatt für Tim wenden. Können der Kneifer Tim mit Blackbeard, der zugezogene Pascal mit Fersengeld und Lissy mit dem Zwergkaninchen Goliath (Mädchen dürfen nur mit Zwergkaninchen antreten) beweisen, dass sie keine Verlierer sind?

Ich kenne den Autor Boris Koch schon durch den „Drachenflüsterer“ und die Fantasyparodie „Die Anderen“ und ich gebe zu, dass ich ein Fangirl bin. 🙂 Da war für mich auf der letzten Buchmesse klar, dass ich mir auch das neue Buch gleich mit Widmung hole. Jetzt habe ich es endlich mal gelesen und ich muss sagen: Mir gefällt es. Die Idee finde ich klasse und was die drei Freunde für ein Durchhaltevermögen haben. Das Buch ist gut zu lesen und ich hab es in einem Rutsch durchgelesen (OK bis um 0:30 in der Früh und die letzten 30 Seiten dann nach dem Aufstehen). Mir gefällt die Geschichte über die Freunde und die Beziehung zwischen einem Jungen und seinem Kaninchen bzw. generell Kindern und Tieren. Wie viel Ehrgeiz ist gesund und wann ist ein Rennen DAS Rennen oder einfach nur ein Rennen? Das Buch hat übrigens ein Daumenkino und zum Glück war ich nicht die Einzige die erst wegen den Bildern irritiert war. 😀 Ich habe es heute gleich für eine Buchvorstellung für eine 3. Klasse benutzt und ein Mädchen hat es gleich mitgenommen (also das Bibliotheksexemplar 😉 ). (Die Seiten 24-28 sind zwar ziemlich am Anfang, aber sehr lustig. Falls es jemand gebrauchen kann.) Das Buch selbst ist so ab 9 Jahre geeignet. Sehr schön finde ich auch das Cover. Darauf sieht man schön gezeichnet Tim mit Blackbeard (der Nr. 13) und den Favoriten für das Jahr Nr. 24. Vielleicht wirken die 300 Seiten abschreckend oder das Cover oder der Klappentext wirkt nicht peppig genug, aber das Buch hat sehr lange unbeachtet in der Bibliothek gestanden. Völlig unverdient. Kaum wird es ausführlich vorgestellt, wird es gelesen.

Auf jeden Fall empfehlenswert, nicht nur für Kinder, sondern auch generell für Kaninchenliebhaber. (Und ich will wieder ein Kaninchen haben :D)

5 Sterne

Titel: Das Kaninchenrennen

Autor: Boris Koch

Erschienen: München : Heyne, 2014

Seitenanzahl: 336 S.

Format: gebunden

ISBN: 978-3-453-26940-8

Preis: 12,99€

Aber lassen wir Boris Koch noch zu Wort kommen (und nein, bei der Vorlesung war ich nicht dabei 😀 ):

Carusos Lied von Suzanne Barton

Der kleine Vogel Caruso hört eines morgens einen wunderschönen Gesang. Als er dem Gesang folgt trifft er auf den Morgensonnenchor und möchte gerne mitsingen. Aber morgens ist er immer so müde, dass er nicht mitsingen kann. Warum nur kann er abends viel singen, aber nicht morgens?

Caruso ist ein wunderschön illustriertes Kinderbuch. Es hat nicht viel Text und ist eher ein Buch zum Vorlesen. Der kleine Caruso trifft mehrere Tiere bevor er den Morgensonnenchor findet. Es lädt dazu ein, dass die Kinder die Geräusche der Tiere nachmachen oder dass man die Geräusche vorspielt (auch von CD). Auch ein gutes Buch für Kinderveranstaltungen. 🙂

Caruso schafft es nicht in den Chor, aber er findet einen Freund und kann mit ihm nachts singen. Wie es eine Nachtigall macht. Denn genau das ist Caruso. 🙂

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen. Die Geschichte ist schön, das Buch ist schön illustriert und eine kleine Lektion für das Leben ist mit dabei. Wie der Buchtitel auch sagt: Du bist gut, so wie du bist.

Carusos Lied : [du bist gut, so wie du bist!] / Suzanne Barton. [Dt. Text von Hanna Schmitz]. – Münster : Coppenrath, 2015. – [28] S. : zahlr. Ill. ; 28 cm. – Einheitssachtitel: The dawn chorus <dt.>.
ISBN 978-3-649-62019-8

Das Hobbitfinale

Endlich ist er da! Der letzte Teil. Wie lange hab ich auf ihn gewartet und den Start gleichzeitig gefürchtet, weil es dann vorbei ist?

Dieses Lied und das Video spiegeln genau das wieder. Nocheinmal an alles erinnern und die letzte Etappe erleben, aber eben auch Abschied nehmen.

Mit einer Freundin hab ich mir das Triple gestern angetan. Alle drei Teile am Stück. Demnach war Teil 3 der schwächste. Aber was sollte denn noch kommen? Smaugs Tod, Thorin als König, die Schlacht, die Rückkehr und die Auflösung der Liebesgeschichte. Was davon ist so lustig wie die Szenen in Teil 1 oder so vereint wie der Kampf gegen Smaug in Teil 2? Aus den wenigen Seiten haben sie einiges gemacht, es ist ein solider Film, aber irgendwas fehlt.. Der Kreis schließt sich und es heißt Abschied nehmen (und noch mehrfach ins Kino gehen um ihn möglichst häufig in HFR 3D zu sehen). 🙂

An der Arche um Acht von Ulrich Hub

Drei Pinguine diskutieren über die Existenz von Gott, als es anfängt zu regnen. Es regnet stärker als gewöhnlich, denn die Sintflut kommt. Gerade rechtzeitig bringt die Taube noch zwei Tickets für die Arche Noah. Aber was passiert dann mit dem dritten im Bunde und findet die Taube auch eine ruhige Minute auf der Arche?

Das Buch ist 2006 mit dem Deutschen Kinderhörspielpreis und dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet worden und erzählt die Geschichte um die Arche aus einem etwas anderen Blickwinkel. Was würde man alles für einen Freund tun und wie schmuggelt man einen Pinguin in letzter Minute auf die Arche? Die Geschichte finde ich ganz amüsant geschrieben. Es gibt auch quasi einen Running Gag. Immer bei den Gesprächen über das Ertrinken der anderen Tiere kommt dann sinngemäß „Merken sie schon“ „Das sie ertrinken?“ „Das hast DU gesagt“. Und warum bekommen diese beiden Pinguine die Tickets? Sind sie auserwählt, weil sie so gut/brav/toll sind oder waren sie einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Kann man als Pinguin so ungezogen sein, dass man die Schuld an der Sintflut trägt?

Durch die 62 Seiten ist es natürlich recht schnell durchzulesen und auch der Schreibstil ist ziemlich einfach, es ist ja auch ein Kinderbuch ab 8 Jahre. Die Diskussion um Gott, den Glaube und die Welt zieht sich durch das ganze Buch und ist immer leicht geschrieben, macht aber auch nachdenklich. Die cartoonartigen Zeichnungen passen meiner Meinung auch gut zu dem Schreibstil.
Was schönes für zwischendurch. Wie Kinder das Buch finden kann ich nicht beurteilen, weil sich in meinem Umfeld nicht so viele 8-jährige aufhalten. Bei einem großen Internetbuchhändler sind die Bewertungen auch von Lesern mit Kindern größtenteils 5 Sterne. Dem schließe ich mich einfach frech an.

An der Arche um acht / Ulrich Hub. Mit Ill. von Jörg Mühle. – Düsseldorf : Sauerländer, 2007. – 62 S. : zahlr. Ill.
ISBN 978-3-7941-6109-6

Die mit dem Wolf zu Abend essen

Eines abends kommt ein alter Wolf in ein Dorf der Tiere. Er bittet um Unterkunft bei der Henne, damit er sich eine Steinsuppe kochen kann. Für eine Steinsuppe braucht man einen Stein, Wasser und einen Topf. Man kann noch anderes (z.B. Gemüse, Kräuter) dazu tun, für den Geschmack. Die anderen Tiere kommen nach und nach dazu, erst um zu sehen, ob das Huhn noch lebt und dann steuern sie was zur Suppe bei. Bevor der Wolf mit dem noch nicht durchgekochten Stein weiterzieht, essen alle begeistert die Suppe.
Die Illustrationen sind recht einfach gehalten. An der Geschichte fand ich sehr schön, dass alle nach anfänglicher Skepsis doch zusammen essen. Natürlich kann man den Wolf kritisieren, dass er die Tiere mit dem Stein doch reinlegt, aber das Ergebnis zählt. 🙂
Da der alte Wolf mir sympathisch ist, kriegt das Buch 4 Sterne.

Steinsuppe / Anaïs Vaugelade. Aus dem Franz. von Tobias Scheffel. – Frankfurt am Main : Moritz, 2011. – [12] Bl. : überw. Ill. ; 29 x 30 cm. – Einheitssachtitel: Une soupe au caillou.
ISBN 978-3-89565-115-1

Wo ist mein Hut?

Bisher habe ich schon einiges gesucht, aber einen Hut musste ich noch nicht suchen. In „Wo ist mein Hut“ sucht ein großer Bär seinen roten und spitzen Hut. Er fragt viele Tiere, aber keiner hat den Hut gesehen. Erst als der Hirsch ihn fragt, wie der Hut denn aussieht, fällt ihm auf, dass er seinen Hut bei einem der Tiere gesehen hat. Zum Schluss hat der Bär seinen Hut wieder und sitzt an dem Platz des Diebes, denn er liebt seinen Hut über alles. Als ein Eichhörnchen den Hasen (der Dieb) sucht, meint der Bär, dass er keinen Hasen gesehen hat und keine Hasen frisst. Sind das nicht Blutflecken auf dem Pelz des Bären?
Wo ist mein Hut von Jon Klassen (übersetzt von Thomas Bodmer) ist eine kurze Bilderbuchgeschichte. Die Illustrationen beinhalten nur das Wesentliche und sind holzschnittartig. Die Augen verraten das meiste über die Stimmung der Tiere. Der Bär ist immer höflich und bedankt sich, auch wenn die Tiere ihm nicht helfen können. Den Dieb erkennt jedes Kind sofort, da der Hut doch recht auffällig ist. Es gibt nur wenig Text und die Sprache ist recht einfach. Auffällig fand ich den Satzbau. Es wirkt alles sehr ähnlich und der Satzaufbau bei dem Dieb und dem Bären zum Schluss ist fast identisch. Beide haben das Gesuchte (den Hut bzw. den Hasen) nicht gesehen und klauen bzw. fressen das Gesuchte doch nicht! Spricht wohl dafür, dass der Hase die Geschichte nicht überlebt hat.
Mein erster Eindruck war wie langweilig zu Beginn der Geschichte, der Zweite zum Ende wie brutal und seitdem muss ich immer lachen, wenn ich die Geschichte lese. Im Vergleich zu manchen Märchen ist das Ende aber harmlos. Viele Bekannte fanden das Buch langweilig, man darf sich von den ersten Seiten halt  nicht irritieren lassen.
Da das Buch genau meinen Humor trifft und doch sehr freundlich erklärt, dass Diebstahl keine gute Idee ist, kriegt es von mir 5 Sterne..
Wo ist mein Hut / Jon Klassen. Aus dem Engl. von Thomas Bodmer. – Zürich : NordSüd, 2012. – [32] S. : zahlr. Ill. ; 29 cm. – Einheitssachtitel: I want my hat back <dt.>. – Deutscher Jugendliteraturpreis 2013.

ISBN 978-3-314-10117-5