Mord ist aller Laster Anfang von Ann Granger

Da fährt man in die Heimat, um der Hochzeit der Patentochter beizuwohnen und findet als erstes ein Ochsenherz an der Hauseinfahrt. Wenn das nicht ein Omen ist… So ergeht es Meredith Mitchell und so geht es auch weiter. Eine Siamkatze und deren netter Besitzer werden vergiftet und um die Hochzeit nicht zu gefährden, macht sich Meredith auf die Jagd nach dem Täter. Warum nur sind so wenige Menschen über den Tod betrübt und warum halten so viele die Ermittlungen für lästig? Inspektor Markby ist von Merediths Ermittlungen definitiv nicht begeistert. Zum einen will er in Ruhe ermitteln und zum anderen findet er sie irgendwie faszinierend.

Meredith ist ziemlich zielstrebig, und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, bleibt sie hartnäckig dran. Am Anfang lässt sie sich noch stoppen, aber nach einer Weile reicht es ihr. Wie oft sie sich doch die Kommentare verbeißen muss. 🙂 Laut Internet ist das Buch der erste Band zu einer Reihe über das Detektivpaar Meredith Mitchell und Alan Markby. Hätte ich es nicht gelesen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass dies der Auftakt ist. Klassischer, britischer Krimi wie von Agatha Christie. Stabile Handlung, nette Figuren und manche Dinge kann man als Leser auch erahnen. So begeistert hat mich der Krimi allerdings nicht, dass ich mich jetzt auf die Folgebände stürze. Wenn mir einer der anderen Bände begegnet, werde ich aber auch keinen Bogen drum machen. Ist ganz nett für zwischendurch wie eine Folge „Mord ist ihr Hobby“, daher 3 Sterne.

Titel: Mord ist aller Laster Anfang

Autor: Ann Granger

Erschienen: Augsburg : Tosa Verl., 2001

Seitenanzahl: 319 S.

Format: gebunden

Originaltitel: Say it with poison

Serie: Ein Fall für Mitchell & Markby; Band 1

ISBN: 3-8289-7007-9

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Sekundentod von Petra Mattfeldt

Was passiert, wenn man eine Tote hat, die nach einer Romanvorlage getötet wurde? Bei Castle holt man sich den Autor als Hilfe. Wenn die Autorin allerdings das Mordopfer ist, muss man wohl das Buch lesen. 🙂

Wer hatte diesen Moment noch nicht? Man liest, wie jemand stirbt und denkt nur „Hoffentlich macht das nie jemand nach.“, „Wie kommt man auf die Idee?“ und „Zum Glück ist es nur ein Buch.“. Nun wurde die Krimiautorin auf grausame Art getötet: Erstickt, weil die Nasenlöcher verstopft wurden und der Mund mit Sekundenkleber zugeklebt wurde. Ein Buchtitel, der sofort verständlich und nachvollziehbar ist. Nun darf Hauptkommissar Falko Cornelsen mit seinem Team ermitteln. Jedenfalls stirbt sie genau wie die Opfer in ihrem neuen Buch, nur war es zu dem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlicht … Zum Glück hat er einige Tricks auf Lager um sich in den Täter hineinzuversetzen und das Verbrechen aus einem anderem Winkel zu betrachten. Dem Mörder kommen sie recht schnell auf die Spur, aber dann kommt die Überraschung: Auf fast identische Art wurde schon eine Frau getötet. Ist der Mann ein Serienmörder? Und wie kam die Autorin auf die Idee ihre Opfer im Roman genau so sterben zu lassen wie in der Realität? Kannte sie einen Polizisten aus der Stadt oder Zufall?

Spoiler:

Natürlich ist es kein Zufall. Die Perspektiven fand ich gut gewählt und wäre Kerstins Perspektive nicht gewesen, hätte ich es wohl nicht zu Ende gelesen. Damit ist klar: Jemand tötet so, wie in den Romanen beschrieben. Wobei es ja eigentlich umgedreht ist und Kerstin eins der neuen Opfer für den nächsten Roman ist.

Auch wenn die Ermittler logisch ermitteln, alles überprüfen etc., kam der Moment, an dem sie wohl leicht übermüdet waren. Sonst hätten sie eigentlich auf die Idee kommen müssen. Vielleicht war die Theorie auch zu abwegig. Mit den Figuren bin ich teilweise nicht warm geworden. Erst nach dem erhellenden Abend mit seiner Frau wurde mir Falko durch seine Art sympathisch. Bei dem Gespräch musste ich so grinsen. Die Eigenart, die Tatorte nachzubauen, hat mir gut gefallen. Ich musste dabei an Grissom aus CSI denken. Falko wirkt auch so leicht kauzig, aber unbestreitbar erfolgreich.

Die Idee für den Roman hat mir gut gefallen, die Personen wirkten auf mich überzeugend, die verschiedenen Perspektiven waren gut gemacht, der Anlass für die Morde war verständlich (so weit es bei so was verständlich und nachvollziehbar sein kann), aber der Schreibstil war nicht ganz nach meinem Geschmack, sodass mir bei dem Buch der Leserausch fehlte. Von mir kriegt das Buch 4 von 5 Sternen.

Sekundentod : Kriminalroman / Petra Mattfeldt. – Orig.-Ausgabe. – München : Knaur, 2014. – 361 S. ; 19 cm.
(Knaur ; 51445)
ISBN 978-3-426-51445-0

Bestialisch von J. A. Kerley

Überraschend wird Detective Carson Ryder nach New York gerufen, als dort eine Psychiaterin grausam getötet wird. Das Opfer Dr. Evangeline Prowse selbst (eine Freundin von Carson) war der Ansicht, dass nur Carson ihre Taten verstehen und entsprechend handeln kann. Carson findet schnell heraus, wer anscheinend der Mörder ist: Jeremy, psychopathischer Serienmörder, ehemals eingesperrt in einer Klinik und sein leiblicher Bruder. Carson verschweigt den New Yorker Kollegen natürlich, dass Jeremy sein Bruder ist, um weiter ermitteln zu können. Aber warum hat Evangeline Jeremy bei der Flucht geholfen? Er wurde nicht nur für den Mord an seinem brutalem Vater, sondern auch wegen der grausamen Ermordung mehrerer Frauen eingesperrt. Nicht gerade jemand, den man einfach so unbewacht draußen rumlaufen lässt. Als weitere Opfer mit Jeremys Signatur gefunden werden, beginnt ein Katz- und Mausspiel der besonderen Art. Denn Jeremy ist hochintelligent und seinen Verfolgern anscheinend immer einen Schritt voraus.

Bestialisch ist ein Fall aus der Carson-Ryder-Serie. Die anderen Bände habe ich nicht gelesen und es gab keinen Moment, bei dem ich dadurch Probleme hatte. Den Schreibstil fand ich angenehm zu lesen. Interessant fand ich den Perspektivenwechsel. Einmal Casons Sicht aus der Ich-Perspektive und Jeremys aus der Erzählerperspektive. Während Jeremy völlig entspannt seinen Plan verfolgt, scheint Carson immer ein wenig hinterher zu hecheln und ist damit beschäftigt in New York ernst genommen zu werden. Die Entwicklung der Personen und der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Einiges hat mich doch sehr überrascht, fand ich aber dann schlüssig. Das Ende war so … Es war gut, anders hätte ich es ziemlich enttäuschend gefunden (durch die Entwicklung der Figuren). Es weist auf eine Fortsetzung hin. Unpraktisch, dass die Bände 5 und 6 nicht im Deutschen veröffentlicht wurden. Band 7 gibt es wieder auf Deutsch. Mal sehen, wie es sich entwickelt.

Bestialisch bekommt von mir 4 von 5 Sternen.

Bestialisch : Thriller / J. A. Kerley. Aus dem Amerikan. von Bettina Zeller. – Dt. Erstausg., 1. Aufl. – Berlin : Ullstein, 2010. – 377 S.
(Ullstein ; 28041)
Einheitssachtitel: Blood brother <dt.>.
ISBN 978-3-548-28041-7

Die Carson-Ryder-Reihe laut Crimi-Couch:

Einer von hundert (2004)
Der letzte Moment (2005)
Den Wölfen zum Fraß (2006)
Bestialisch (2006)
In the Blood (2009)
Little Girls Losts (2009)
Krank (2010)
Her last scream (2011)

 

Missing. New York von Don Winslow

Die kleine Hailey spielt im Garten, als das Telefon klingelt und ihre Mutter kurz ins Haus geht. Als sie eine Minute später zurückkommt, ist ihr 7-jährige Tochter verschwunden. 2 Wochen später verschwindet ein weiteres Mädchen – diesmal findet man die Leiche, der Täter wird gefasst und er soll auch an dem Tod von Hailey schuld sein. Fall erledigt. Aber der damalige Ermittler Frank Decker hat Zweifel. Er glaubt, dass Hailey lebt und um sie zu finden, lässt er alles zurück. Er reist durch die USA, um jeden Hinweis nachzugehen. Endlich bekommt er einen vielversprechenden Hinweis. So fährt er nach New York, um dort hartnäckig jeden Stein nach Hailey umzudrehen und lässt sich auch durch Schläger nicht einschüchtern.

Missing. New York ist der erste Band einer neuen Reihe von Don Winslow. Don Winslow schafft es Cliffhänger einzubringen, dadurch dass er plötzlich mal die Perspektive wechselt und man erfährt wie es Hailey gerade geht und wie sich die Ermittlungen von Frank Decker bei ihr auswirken. Die Kapitel sind recht kurz, im Schnitt ca. 3 Seiten würde ich schätzen. Die Kapitel wirken wie Momentaufnahmen und der Schreibstil erinnert mich an viele (ältere) Detektivfilme, von denen mir kein einziger einfällt, aber so wie am Anfang von Bernd das Brot Video unten, meine ich es. Vor meinen Augen lief der Film ab, nicht wie CSI oder Criminal Minds, sondern wie ein Detektivfilm mit Trenchcoat und Regen in trüben Seitengassen. Der Fall kommt ohne viel Gewalt aus. Man rutscht nicht von einem Blutbad zum nächsten, sondern Gewalt ist hier wirklich Mittel zum Zweck. Brutal, aber man ertrinkt nicht darin wie in anderen Büchern. Der gesamte Fall ist gut aufgebaut. Die Ermittlungen, das Versagen und die Hintergründe für die Tat. Die Wendungen waren überraschend, aber glaubwürdig und logisch. Auch die Figuren, ihre Geschichten und ihr Verhalten wirkten nachvollziehbar. Aus irgendeinem Grund mag ich den Mafioso und Felicity.

Der Krimi ist nichts für zwischendurch, weil er einfach so fesselt.  Von mir kriegt Missing. New York 5 von 5 Sternen.

Missing. New York : Roman / Don Winslow. Aus dem Amerikan. von Chris Hirte. – München : Droemer, 2014. – 394 S.. – Einheitssachtitel: Missing. New York <dt.>.
ISBN 978-3-426-30428-0

Und genau an diesen Erzählstil musste ich denken. 🙂 Ein „Original“ konnte ich nicht finden, aber Bernd das Brot tut es auch ganz gut.

Das weiße Kleid des Todes von Julia Spencer-Fleming

Julia Spencer-Fleming hat mit ihrem Erstlingswerk alle großen Krimipreise von Amerika (Anthony Award, Agatha Award, Barry Award, Macavity Award und den Dilys Award) 2003 gewonnen. Also hier die deutsche Übersetzung (wie aus In the Bleak Midwinter aber Das weiße Kleid des Todes wird, erschließt sich mir nicht).
Clare Fergusson war Hubschrauberpilotin bei der Army, bevor sie sich entschied Pastorin zu werden. In der Episkopalirche von Millers Kill ist sie die erste Pastorin und kaum ist sie dort angekommen und kämpft noch um Anerkennung in der Gemeinde, wird ein neugeborenes Kind auf den Stufen ihrer Kirche in einer eisigen Dezembernacht ausgesetzt. Bei dem Kind liegt ein Brief mit der Bitte, dass ein bestimmtes Paar aus der Gemeinde das Kind adoptieren soll. Nun muss sie dank des Gemeindevorstands alle Hebel in Bewegung setzen (Briefe schreiben, Mitglieder motivieren dasselbe zu tun etc.) damit es so kommt und sich mit dem Sheriff Russ van Alstyne auseinandersetzen. Als sie den Sheriff eines Abends begleitet um ein Gespür für die sozialen Probleme zu bekommen, finden sie einen Teenager, die Mutter des ausgesetzten Kindes, ermordet im Schnee. Clare Fergusson unternimmt alles um die Hintergründe dieser Taten und natürlich auch den Mörder zu finden, auch wenn dies bei Sheriff Russ van Alstyne nicht immer auf Begeisterung stößt.

Mir gefiel Das weiße Kleid des Todes sehr gut. Die Personen sind alle gut entwickelt und besitzen auch eine bestimmte Tiefe. Der Ort ist keine heile Welt, in der zufällig ein Verbrechen geschieht, sondern hat definitiv soziale Probleme, an denen Clare Fergusson auch etwas ändern will. Viele haben auch schlechte Charaktereigenschaften, durch die alles noch echter wirkt und das Mitleid hielt sich bei mir in einigen Fällen dadurch sehr in Grenzen. Der Krimi hatte einige Wendungen und der Täter hat zumindest mich überrascht. Clare Fergusson ist eine interessante Person durch ihre Vergangenheit und durch ihren Charakter. Sehr praktisch ist daran, dass ihre Persönlichkeit sie in Schwierigkeiten bringt und ihre Ausbildung sie dann rettet. Sheriff Russ van Alstyne ist ganz interessant und nett mit ein paar Eheproblemen. Bei Ermittlern gibt es auch schon alle Persönlichkeiten, da was anderes zu machen ist schwierig. Das Einzige was mir an dem Buch nicht gefiel ist die (sich entwickelnde) Beziehung zwischen Clare Fergusson und Russ van Alstyne. Es kam häufiger, dass er Eheprobleme und seiner Frau nichts mehr zu sagen hat und er gerne mehr bei Clare sein möchte. Ich bin mir nicht sicher, ob mir eine Affäre der beiden gefallen würde (sie Pastorin, er verheiratet). Die Anzeichen sind dafür auf jeden Fall da und die sind auch der Hinweis, dass es weitere Bände gibt.

Der nächste Band wäre Die rote Spur des Zorns, inzwischen gibt es sechs weitere. Bis ich zu Band 2 komme, wird es bei mir dauern, weil ich sehr, sehr viele Bücher noch davor auf der Liste hab, aber lesen werde ich ihn auf jeden Fall. Vor allem auf die Charakterentwicklung und die Beziehung zwischen den beiden bin ich gespannt. Auch wenn mir die Konstellation durch die Ehe noch nicht gefällt, ist sie sehr gut gemacht. Der Fall ist gut gemacht, die Wendungen logisch und schöne Hintergrundgeschichten.

Das weiße Kleid des Todes kriegt von mir 5 von 5 Sternen.

Das weiße Kleid des Todes : Roman / Julia Spencer-Fleming. Aus dem Amerikan. von Stefan Troßbach. – Dt. Erstausg. – München : Knaur Taschenbuch Verlag, 2005. – 478 S. ; 18 cm.
(Knaur ; 62833)
Einheitssachtitel: In the bleak midwinter <dt.>.
ISBN 3-426-62833-3

Mord, Hinterlist und Liebe

Alles beginnt mit einem Schrei. Die blinde Lena erwacht mitten in der Nacht durch die Schreie einer Frau. Doch die Polizei findet keine Leiche, keine Frau, nichts. Als wäre in dem Wald nichts passiert. Auch wenn viele ihr nicht glauben, bleibt die Ungewissheit in dem kleinen Ash. Doch der Ex-Cop Ezra (frisch hinzugezogen) glaubt Lena und verliebt sich in sie. Ezra fängt an Fragen zu stellen und stellt mit dem besten Freund von Lena eine Gefahr für den Täter da. Doch der Täter hat einen Plan, um von sich abzulenken …

Blinde Wahrheit ist der erste Band der Ash-Trilogie. Daher wird der Täter natürlich nicht entdeckt und es dauert ein bisschen bis die Handlung in Fahrt kommt. Zu Schluss enstand die passende Spannung, um auch Band 2 zu lesen. Shiloh Walker hat meiner Meinung nach die Figuren schön gezeichnet und durch die verschiedenen Perspektiven lernt man auch die Sichtweise der Personen lernen. Lena wirkt selbstsicher und selbstständig. In dem einzigen Krimi (den ich vorher gelesen habe), in dem eine Blinde „mitgespielt“ hat, durfte sie das Entführungsopfer sein. Sehr schön finde ich auch den Blindenhund. Er ist der Einzige, der den Täter kennt und als Gefahr wahrnimmt. Durch das Knurren etc. ist eine gewisse Bedrohung zu spüren. Leider war es immer dunkel oder in der Stadt voller Menschen. Auf den Täter bin ich doch gespannt, sollte er schon vorgekommen, habe ich eine Theorie (für das Finale und die weitere Entwicklung existiert auch eine). Eigentlich habe ich nur einen Kritikpunkt an der Geschichte und das ist auch meine eigene Meinung. In einem Thriller möchte ich nicht wirklich eine Sexszene. Wie schön, dass Ezra und Lena sich so lieben, aber so ausführlich beschrieben, bräuchte ich es nicht. Vor allem, weil ich in der S-Bahn und so lese und bei solchen Szenen meinem Gefühl nach erröte. Ich werde natürlich auch die Folgebände lesen, aber irritiert hat es mich schon. Blinde Wahrheit ist damit mein erster Romantic Thriller.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, aber da Romantic Thriller nicht ganz meins sind, kriegt Blinde Wahrheit von mir 4 Sterne.

Blinde Wahrheit : Roman / Shiloh Walker. Ins Dt. übertr. von Heide Franck. – Dt. Erstausg., 1. Aufl. – Köln : LYX Egmont, 2012. – 411 S. ; 18 cm. – Einheitssachtitel: If you hear her <dt>. – Ash-Trilogie ; Bd. 1.
ISBN 978-3-8025-8611-8